Generalerneuerung Vermuntwerk
PROJEKT DES MONATS 08/2026. Mit der Generalerneuerung des Vermuntwerks wurde ein historisches Wasserkraftwerk technisch modernisiert und für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht. FCP verantwortete die Planung sowie Ausschreibung sämtlicher Baumeisterarbeiten und setzte auf eine vollständig digitale Projektabwicklung mit modellbasierter 3D-Planung und Common Data Environment (CDE).
Historisches Wasserkraftwerk erfolgreich modernisiert
Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1930 trägt das Vermuntwerk der illwerke vkw AG wesentlich zur Stromversorgung aus Wasserkraft im Montafon in Vorarlberg bei. Mit der Generalerneuerung wurde das Kraftwerk technisch modernisiert und für einen langfristigen, effizienten Betrieb weiterentwickelt. Für FCP startete das Projekt mit einer intensiven Planungsphase bereits Ende 2023.
Ein wesentlicher Meilenstein wurde 2026 erreicht: Am 15. Juni ging die erste der beiden neuen Turbinen in den Vollbetrieb, am 23. Juli folgte der Testbetrieb der zweiten Turbine, die im August in Vollbetrieb gehen soll. Mit der Erneuerung der Maschinensätze steht die Modernisierung des Vermuntwerks kurz vor dem Abschluss. In den kommenden Wochen geht das Kraftwerk in den regulären Betrieb.
FCP verantwortete Planung und Ausschreibung
FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH übernahm im Projekt die Planung und Ausschreibung sämtlicher Baumeisterarbeiten. Zum Leistungsumfang gehörten außerdem die Bestandsplanung.
Die Planung aller Gewerke erfolgte vollständig modellbasiert in 3D. Dadurch konnten die Schnittstellen zwischen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Haustechnik frühzeitig koordiniert und Planungsabläufe effizient abgestimmt werden.
Für die Kommunikation und Dokumentation kam während des gesamten Projekts eine Common Data Environment (CDE) zum Einsatz. Die zentrale Projektplattform stellte allen Beteiligten aktuelle Planungs- und Projektdaten zur Verfügung und sorgte für eine transparente, nachvollziehbare Zusammenarbeit.
„ Die Generalerneuerung des Vermuntwerks zeigt, wie sich Kraftwerksinfrastruktur mit moderner Planung und digitalen Methoden nachhaltig weiterentwickeln lässt. “
Stephan Kalix, Projektleiter
Mehr Strom aus derselben Wassermenge
Im Zuge der Generalerneuerung wurden fünf bestehende Maschinensätze durch zwei leistungsstärkere und effizientere Turbinengruppen ersetzt. Dadurch steigt die jährliche Stromproduktion des Vermuntwerks von 270 auf rund 286 Gigawattstunden – bei unveränderter Nutzung der Wasserkraft und zu 100 Prozent sauberem, CO₂-freiem Strom. Gleichzeitig reduziert die neue Anlagentechnik den Wartungsaufwand deutlich. Darüber hinaus wird die entstehende Maschinenabwärme für die Beheizung der Gebäude genutzt.
Anstelle eines Neubaus wurde das bestehende, nahezu 100 Jahre alte Krafthaus umfassend modernisiert. Dieser Ansatz schont Ressourcen, reduziert den Bedarf an neuen Baumaterialien und minimiert Eingriffe in die sensible Hochgebirgslandschaft.
„Die Generalerneuerung des Vermuntwerks zeigt, wie sich bestehende Kraftwerksinfrastruktur mit moderner Ingenieurplanung und digitalen Methoden nachhaltig weiterentwickeln lässt“, erklärt FCP-Projektleiter Stephan Kalix zum interdisziplinären Ansatz von FCP.
Bestand modernisieren, Zukunft sichern
Die Generalerneuerung des Vermuntwerks zeigt beispielhaft, wie sich bestehende Wasserkraftwerke durch moderne Ingenieurplanung, digitale Methoden und ressourcenschonende Bestandserhaltung an heutige Anforderungen anpassen lassen.
Projektinformationen
| Projekt | Generalerneuerung Vermuntwerk |
| Lage | Montafon, Vorarlberg, Österreich |
| Projektstatus | Erste Turbine seit 15. Juni 2026 im Vollbetrieb; zweite Turbine geht im August 2026 in den Vollbetrieb |
| Leistungen | Ausführungsplanung, Ausschreibung, Ausschreibungsplanung, Bauphasenplanung, Bestandsplanung, Detailprojekt/Detailentwurf, Kostenermittlung, Leistungsverzeichnis, Statisch-konstruktive Planung, Terminplanung |
| Digitale Methoden | Modellbasierte 3D-Planung aller Gewerke und Common Data Environment (CDE) |
| Technische Modernisierung | Ersatz von fünf Maschinensätzen durch zwei leistungsstärkere Turbinengruppen |
| Ergebnis | Steigerung der jährlichen Stromproduktion von 270 auf rund 286 GWh, deutlich reduzierter Wartungsaufwand und Nutzung der Maschinenabwärme zur Gebäudeheizung |
| Besonderheit | Modernisierung des bestehenden Krafthauses anstelle eines Neubaus zur Schonung von Ressourcen und Reduzierung von Eingriffen in die Hochgebirgslandschaft |