Resiliente Eisenbahninfrastruktur
KliNa Projekt des Monats 05/2026: Wie sich der Bahnsektor an den Klimawandel anpasst
13. Mai 2026. Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hangrutschungen, Hitzewellen oder Überflutungen stellen kritische Infrastrukturen zunehmend vor neue Herausforderungen. Besonders die Eisenbahninfrastruktur gerät durch den Klimawandel unter Druck: Schäden an Gleisanlagen, Unterbrechungen im Betrieb oder steigende Instandhaltungskosten zeigen, dass Resilienz zu einem zentralen Zukunftsthema wird.
Wie sich Widerstandsfähigkeit im Bahnbereich systematisch aufbauen lässt, präsentierten Martin Brandner von FCP und Gerald Zwittnig von der ÖBB im Rahmen des Baukongress 2026 mit dem Vortrag „Klima im Wandel: Maßnahmen zur Resilienzsteigerung der Eisenbahninfrastruktur“.
Im Fokus stand ein praxisnaher Zugang zur Anpassung von Eisenbahninfrastrukturen an klimabedingte Risiken – von der Analyse realer Schadensereignisse bis zur Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen.
Klimarisiken systematisch analysieren
Der Vortrag zeigte anhand konkreter Praxisbeispiele, wie resiliente Infrastruktur nicht durch Einzelmaßnahmen entsteht, sondern durch ein strukturiertes und datenbasiertes Risikomanagement.
Dabei standen insbesondere folgende Schritte im Mittelpunkt:
- Analyse realer Schadensereignisse als Grundlage für weitere Maßnahmen
- Identifikation besonders sensibler Anlagenteile innerhalb der Eisenbahninfrastruktur
- Entwicklung und Priorisierung gezielter Schutzmaßnahmen
- Integration der Erkenntnisse in Regelwerke und Planungsprozesse
- Umsetzung baulicher Maßnahmen zur langfristigen Resilienzsteigerung
Die vorgestellten Ansätze verdeutlichen, dass Klimaanpassung im Infrastrukturbereich zunehmend interdisziplinär gedacht werden muss – technisch, wirtschaftlich und organisatorisch.
Datenbasierte Entscheidungen für resilienten Bahnbetrieb
Ein zentrales Learning des Vortrags: Resilienz entsteht nicht zufällig. Entscheidend sind belastbare Daten, strukturierte Analysen und eine strategische Priorisierung von Investitionen.
Die Besucher:innen des Baukongresses profitierten insbesondere von folgenden Erkenntnissen:
- Resilienz entsteht durch systematisches Risikomanagement, nicht durch Einzelmaßnahmen
- Datenbasierte Analysen schaffen die Grundlage für wirtschaftlich sinnvolle Investitionen
- Die enge Zusammenarbeit von Praxis, Infrastrukturbetreibern und Forschung – unter anderem mit der Technische Universität Wien – ist entscheidend für nachhaltige Lösungen
Infrastruktur resilient gestalten
Mit zunehmenden klimatischen Veränderungen gewinnt die Resilienz kritischer Infrastruktur weiter an Bedeutung. Gerade im Bahnsektor braucht es langfristige Strategien, um Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit auch unter veränderten Umweltbedingungen sicherzustellen.
Der Vortrag am Baukongress machte deutlich: Klimafitte Eisenbahninfrastruktur entsteht dort, wo technische Expertise, datenbasierte Planung und interdisziplinäre Zusammenarbeit zusammenwirken.